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UDIENZA
AL NUOVO AMBASCIATORE TEDESCO (28 SETT. 2006) |
Ascolta il servizio trasmesso da Radio Vaticana
Radio Vaticana,
28 settembre 2006
LA
CHIESA NON IMPONE A NESSUNO DI CREDERE NEL VANGELO, MA
RISPETTA CON SPIRITO DI TOLLERANZA QUALSIASI PERSONA,
CULTURA O CREDO: LO HA AFFERMATO BENEDETTO XVI AL NUOVO
AMBASCIATORE TEDESCO
PRESSO
LA SANTA SEDE. IL PAPA HA PARLATO
IN
DIFESA DELLA VITA E DELLE TRADIZIONI CRISTIANE EUROPEE
Una
grata rievocazione del recente viaggio in Baviera e una
serie di prese di posizione su argomenti etici e sociali
di stretta attualità, dalla difesa della vita e della
famiglia ai diritti degli immigrati, specialmente per i
cristiani perseguitati. Si è sviluppato su queste
direttrici il discorso che Benedetto XVI ha rivolto al
nuovo ambasciatore tedesco presso la Santa Sede, Hans
Henning Horstmann, ricevuto questa mattina a Castel
Gandolfo per la presentazione delle Lettere credenziali.
Per i particolari dell’udienza, il servizio di
Alessandro De Carolis.
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“Dove
cresce la comunione, e dove gli uomini si rafforzano nel
bene grazie al messaggio della fede, ciò contribuisce
anche alla convivenza umana nella società e incoraggia i
cittadini a prendere delle responsabilità in vista del
bene comune”. La constatazione che Benedetto XVI ha
posto tra le prime affermazioni del suo discorso ha fatto
da apripista alle successive considerazioni su importanti
argomenti di tipo sociale. Prima di addentrarvisi, il Papa
ha voluto ringraziare ancora una volta, tramite il nuovo
ambasciatore Horstmann, le autorità del suo Paese
d’origine per l’affetto e l’“aiuto generoso”
dimostrati durante il suo viaggio apostolico in Germania.
Quindi, il Papa si è soffermato su un concetto a lui
molto caro, più volte ripreso negli ultimi tempi: quello
della tolleranza.
“La
Chiesa – ha affermato - non si impone. Non costringe
nessuno ad accettare il messaggio del Vangelo. Per questo,
l’incontro con gli altri deve essere segnato da
tolleranza e apertura culturale. Tuttavia – ha osservato
- la tolleranza non deve essere mai scambiata con
l’indifferenza, che è l’opposto del “profondo
interesse cristiano” per l’uomo e il suo bene. La
“vera tolleranza – ha affermato ancora Benedetto XVI -
presuppone sempre il rispetto dell’altro, dell’uomo,
che è stato creato da Dio è la cui esistenza è voluta
da Dio”.
E
proprio in riferimento al bene dell’uomo – ovvero alla
difesa della “sua dignità, integrità e libertà”,
valori per i quali da sempre si muove la Chiesa universale
– Benedetto XVI ha ribadito alcuni capisaldi della
morale cristiana. “Ricordo in primo luogo – ha detto
– la tutela del matrimonio e della famiglia”, oggi
minacciati “da un cambiamento di concezione della
comunità coniugale”. E quindi la difesa della vita
nascente, in particolare - ha sottolineato il Papa – in
quei casi in cui si pensi di sopprimere una vita segnata
da un handicap. “L’aborto – ha asserito Benedetto
XVI – non può essere giustificato da nulla”, perché
anche una vita colpita da minorazione “ha valore per
Dio”. Dalla difesa della vita, Benedetto XVI è passato
alla tutela dei profughi, in particolare dei cristiani che
chiedono asilo in seguito a persecuzione religiosa. Il
Papa si è appellato alle autorità tedesche perché
queste persone non vengano rimpatriate, ma anzi si
faciliti “la loro integrazione” in Germania: un Paese,
ha riconosciuto il Pontefice, “aperto al mondo”.
Infine,
Benedetto XVI si è soffermato sull’antica tradizione
culturale tedesca e sulla formazione dei giovani che
prevede anche l’insegnamento “ordinario” della
religione. Ma anche nei casi in cui si scelga la
possibilità di un insegnamento “neutrale della
religione” – ad esempio, per i giovani che non
appartengono ad alcuna chiesa o comunità – questo
insegnamento, ha concluso Benedetto XVI, “non può e non
deve essere neutrale dei valori”. Anzi, ha soggiunto, si
deve “rendere possibile” la conoscenza delle “grandi
tradizioni dello spirito dell’Occidente, che ha marcato
la storia e la cultura europea e che continua ad
ispirarla”.
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DISCORSO
DI SUA SANTITÀ BENEDETTO XVI
Sehr
geehrter Herr Botschafter!
Die Überreichung
des Beglaubigungsschreibens, mit dem Sie heute als außerordentlicher
und bevollmächtigter Botschafter der Bundesrepublik
Deutschland beim Heiligen Stuhl feierlich akkreditiert
werden, nehme ich sehr gerne zum Anlaß, um Sie hier
willkommen zu heißen und um Ihnen mit meiner Gratulation
zu Ihrer Ernennung meine besten Wünsche für Ihre neue
hohe Mission auszusprechen. Gleichzeitig danke ich Ihnen für
die freundlichen Worte, die Sie auch im Namen des Herrn
Bundespräsidenten Dr. Horst Köhler und der Deutschen
Bundesregierung an mich gerichtet haben. Mit Freude sende
ich meinerseits dem Staatsoberhaupt, den Mitgliedern der
Bundesregierung und dem ganzen deutschen Volk meine
Segensgrüße. Mögen die guten Beziehungen zwischen der
Bundesrepublik Deutschland, meiner geliebten Heimat, und
dem Heiligen Stuhl auch in den kommenden Jahren eine
weitere fruchtbare Vertiefung zum Wohle der Menschen
erfahren!
In den
vergangenen Tagen konnte ich dankbar Rückschau auf meinen
Pastoralbesuch in Bayern halten, der unter dem Motto „Wer
glaubt, ist nie allein" stand. Mit der Erinnerung
an die Menschen und Orte, denen ich mich
lebensgeschichtlich verbunden weiß, wollte ich
Begegnungen in der Gemeinschaft des Glaubens verbinden.
Dabei konnte ich den vielen Menschen, die an den
gottesdienstlichen Feiern teilgenommen haben, die
Botschaft von der erlösenden und befreienden Liebe Gottes
verkünden. Ich möchte bei dieser Gelegenheit nochmals
den staatlichen Behörden des Bundes und des Freistaates
Bayern sowie den zahlreichen freiwilligen Helfern für die
großzügige und maßgebliche Unterstützung danken, mit
der sie zu dem guten und so reibungslosen Verlauf meiner
Apostolischen Reise beigetragen haben. Die unzähligen
Zuschriften, die ich in den letzen Tagen von Teilnehmern
an den Gottesdiensten in Bayern und auch von
Fernsehzuschauern sowohl aus Deutschland als auch aus
anderen Ländern erhalten habe, zeigen, daß in diesen
Tagen wahre Gemeinschaft erlebt wurde. All dies, so meine
ich, entbehrt gewiß nicht der gesellschaftlichen Relevanz:
Wo Gemeinschaft wächst und Menschen durch die Botschaft
des Glaubens stark im Guten werden, kommt dies auch dem
menschlichen Zusammenleben in der Gesellschaft zugute und
bestärkt die Bürger in ihrer Bereitschaft zur Übernahme
von Verantwortung im Sinne des Gemeinwohls.
Sehr
geehrter Herr Botschafter! Die Mission des Heiligen Stuhls
ist universal; die Aufmerksamkeit und Sorge des Papstes
und seiner Mitarbeiter an der Römischen Kurie gelten,
soweit möglich, allen Menschen und Völkern. Zwar bemüht
sich der Heilige Stuhl naturgemäß zunächst um die
Christen in den verschiedenen Ländern der Erde, doch mißt
er dem umfassenden Wohl aller Menschen unabhängig von
ihrer Kultur, Sprache und Religionszugehörigkeit hohe
Bedeutung zu. Daher sucht der Heilige Stuhl, mit allen
Menschen guten Willens zusammenzuarbeiten, wenn es darum
geht, dem Menschen, seiner Würde, seiner Integrität und
seiner Freiheit zu dienen. Sein ganzheitliches Heil liegt
der Katholischen Kirche am Herzen; darum stehen der
Einzelne wie die Gemeinschaften, denen er angehört bzw.
in denen er lebt, im Mittelpunkt der Aktivitäten des
Apostolischen Stuhles. Dessen Wirken auf der
internationalen Bühne zeigt, daß die Kirche auf der
Seite der Menschen steht, hier in Europa und in allen
Teilen der Welt. In der Tat teilt die Kirche die „Freude
und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute,
besonders der Armen und Bedrängten jeder Art" (Zweites
Vatikanisches Konzil, Pastoralkonstitution Gaudium et
spes, 1). Da es der Kirche aus ihrem Glauben heraus um
„die Rettung der menschlichen Person und um den rechten
Aufbau der menschlichen Gesellschaft" geht, steht der
Mensch „mit Leib und Seele, Herz und Gewissen, Vernunft
und Willen" (ebd., 3) im Zentrum ihrer
pastoralen Sorge. Aber die Kirche drängt sich nicht auf.
Sie nötigt niemanden, die Botschaft des Evangeliums
anzunehmen. Denn der Glaube an Jesus Christus, den die
Kirche verkündet, kann nur in Freiheit geschehen. Daher müssen
Toleranz und kulturelle Offenheit die Begegnung mit den
anderen prägen. Toleranz darf freilich niemals mit
Indifferentismus verwechselt werden. Denn jede Form von
Gleichgültigkeit ist dem tiefen christlichen Interesse am
Menschen und an seinem Heil radikal entgegengesetzt. Wahre
Toleranz setzt immer auch den Respekt vor dem anderen
voraus, vor dem Menschen, der Geschöpf Gottes ist und
dessen Existenz Gott bejaht hat. Die Toleranz, die unsere
Welt braucht, – ich habe dies erst kürzlich im München
ausgeführt – „schließt die Ehrfurcht vor Gott ein
– die Ehrfurcht vor dem, was dem anderen heilig ist.
Diese Ehrfurcht vor dem Heiligen der anderen setzt aber
wiederum voraus, daß wir selbst die Ehrfurcht vor Gott
wieder lernen. Diese Ehrfurcht kann in der westlichen Welt
nur dann regeneriert werden, wenn der Glaube an Gott
wieder wächst" (Homilie am 10. September 2006
in München).
Herr
Botschafter! Sie haben in Ihrer Rede ganz zu Recht das
ausgezeichnete Verhältnis zwischen der Bundesrepublik
Deutschland und dem Heiligen Stuhl und die erfreuliche
Kooperation beider in einigen Bereichen hervorgehoben. In
diesen guten Beziehungen spiegelt sich gewiß auch das
solide Verhältnis zwischen Staat und Kirche in
Deutschland selbst wieder. Bei früheren Gelegenheiten ist
wiederholt auf die gute Zusammenarbeit beider
Institutionen auf verschiedenen Feldern zum Nutzen und
Wohl der Menschen in unserer Heimat hingewiesen worden. Es
bleibt zu hoffen, daß das bewährte Zusammenwirken von
Kirche und Staat in Deutschland auch bei sich verändernden
politischen Prämissen auf der europäischen Ebene
fortgesetzt und ausgebaut werden kann.
Wie in
jeder Nation, so steht auch in Deutschland das
Staat-Kirche-Verhältnis in einer engen Beziehung zur
Gesetzgebung. Daher verfolgt der Heilige Stuhl die diesbezüglichen
Entwicklungen und Tendenzen in Bund und Ländern mit regem
Interesse. In dieser Ansprache kann ich nur einige
Bereiche streifen, die aus der Sicht der Katholischen
Kirche, der es – wie oben dargelegt – immer zuerst um
den Menschen und sein umfassendes Heil geht, von Bedeutung
sind. Ich nenne an erster Stelle den im Grundgesetz
verbrieften Schutz von Ehe und Familie, der auf
Grund eines sich verändernden Verständnisses ehelicher
Gemeinschaft in der politischen Öffentlichkeit einerseits
und neuer vom Gesetzgeber vorgesehener Formen, die sich
von der natürlichen Familie entfernen, andererseits von
der Aushöhlung bedroht ist. Die durch nichts zu
rechtfertigende Abtreibung, die nach wie vor vielen
unschuldigen ungeborenen Kindern das Leben kostet, bleibt
eine schmerzlich empfundene Sorge des Heiligen Stuhls und
der ganzen Kirche. Vielleicht kann die aktuelle Diskussion
um die Spätabtreibungen bei den politisch
Verantwortlichen das Bewußtsein dafür schärfen, daß
die absehbare Behinderung eines Kindes kein Grund für
einen Schwangerschaftsabbruch sein darf, weil auch das
behinderte Leben ebenso wertvoll und von Gott bejaht ist
und weil es auf dieser Erde niemals und für niemanden
eine Garantie auf ein Leben ohne körperliche, seelische
oder geistige Einschränkungen geben kann. Des weiteren
wird der Heilige Stuhl nicht müde, bei den betreffenden
europäischen Institutionen und den einzelnen Nationen auf
die ethischen Probleme im Kontext der embryonalen
Stammzellenforschung und der sogenannten „neuartigen
Therapien" hinzuweisen.
Sehr
geehrter Herr Botschafter, Deutschland hat vielen Menschen,
die in ihren Herkunftsländern von Verfolgung aus
politischen oder religiösen Motiven bedroht sind, sowie
anderen Flüchtlingen Zuflucht und eine neue Heimat
gegeben. Das Netz der Hilfe und Solidarität, das auch bedürftige
Fremde mitträgt, steht in der Tat für eine humane
Gesellschaftsordnung. Die Tragkraft dieses Netzes hängt
von den Beiträgen aller ab. Daher ist es erforderlich, daß
Asyl entsprechend der Intention des Gesetzgebers, in
Konformität mit den rechtlichen Vorgaben und nach dem
Prinzip der Gerechtigkeit gewährt wird. Dabei ist zu berücksichtigen,
daß für eine Reihe von Flüchtlingen die Zuflucht in
Deutschland geradezu lebenswichtig ist. In diesem
Zusammenhang bittet der Heilige Stuhl die zuständigen
staatlichen Instanzen, ausländische Christen, deren Leben
und Wohlergehen auf Grund ihres Glaubens in der Heimat
bedroht ist, nicht abzuschieben und ihnen die Integration
in der Bundesrepublik zu erleichtern.
Deutschland
kann zu Recht stolz sein auf seine große
Bildungstradition. Die Vermittlung von Bildung an die
kommenden Generationen gehört zu den zentralen Aufgaben,
denen sich der Staat zu stellen hat. Wissen muß zusammen
mit Werten vermittelt werden, damit Formung stattfinden
kann. In den meisten deutschen Bundesländern teilt der
Staat diese große Herausforderung mit der Kirche, die
durch den Religionsunterricht, der als „ordentliches
Lehrfach" erteilt wird, in den Schulen präsent ist.
Vielerorts wird den Schülern und Schülerinnen, die
keiner Kirche oder Religionsgemeinschaft angehören, „religionsneutraler"
Ethikunterricht erteilt. Dieser Ethikunterricht kann und
darf aber keinesfalls „werteneutral" sein. Er
sollte den Schülern ermöglichen, auch mit der großen
Tradition des abendländischen Geistes vertraut zu werden,
der die Geschichte und Kultur Europas geprägt hat und
diese weiterhin inspiriert. Hierbei erscheint es der
Kirche wichtig, daß der Ethikunterricht neben dem
konfessionellen Religionsunterricht erteilt wird, ohne
diesen in irgendeiner Form zu verdrängen.
Sehr
geehrter Herr Botschafter! Deutschland ist ein
weltzugewandtes Land. Unser Heimatland hat heute seinen
festen und anerkannten Platz in der europäischen Staaten-
und Völkergemeinschaft. Und über die Fragen nationalen
Interesses hinaus vergißt Deutschland nicht die Probleme
vieler armer Länder in anderen Teilen der Welt. Auch die
internationalen kirchlichen Hilfswerke der Katholischen
Kirche, die auf deutschem Boden ihren Sitz haben, dürfen
auf die treue Spendenbereitschaft der Bevölkerung zählen.
In vielen internationalen, humanitären und
Menschenrechtsfragen kann der Apostolische Stuhl mit der
vertrauensvollen Zusammenarbeit der Deutschen
Bundesregierung rechnen. Für all dies bin ich und ist die
Kirche aufrichtig dankbar. Mit Ihrer langen diplomatischen
Erfahrung im Dienst der Bundesrepublik Deutschland werden
Sie, Herr Botschafter, dazu beitragen können, daß diese
Zusammenarbeit stets fest und für die Menschen
gewinnbringend ist. Von Herzen erbitte ich Ihnen, Ihrer
werten Familie und allen Botschaftsangehörigen Gottes
beständigen Schutz und Seinen reichen Segen.
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